Unsere Vorgehensweise

Zu unserer jesuitischen Identität gehört eine spezifische Vorgehensweise, die unser Engagement inspiriert und ihm eine entsprechende Form verleiht. Es handelt sich dabei um ein Bündel bestimmter Überzeugungen, Haltungen und Verhaltensmuster.

Überschreitung des Status quo: „Magis“

Als Teil der Sendung des weltweiten JRS-Netzwerkes sind wir nie zufrieden mit dem Status quo, dem Bekanntem, dem angeblich „Bewährten“ und schon Vorhandenen. Ständig sehen wir uns dazu aufgerufen, zugunsten der Flüchtlinge Neues zu entdecken, Besseres zu definieren und uns nach Größerem auszustrecken. Für uns sind vorgegebene Grenzen und Schranken Herausforderungen, die es anzugehen, und neue Chancen, die es zu wahrzunehmen und willkommen zu heißen gilt. Unsere Weise des Vorangehens ist eine beständige Suche nach dem – wie es in der Jesuiten-Terminologie heißt - Magis, nämlich dem je größeren und nachhaltigeren Dienst an den Flüchtlingen.

Förderung einer Willkommenskultur

Als JRS sind wir, ausgehend von unseren Grundwerten - insbesondere der Solidarität, der Gastfreundschaft und des Einsatzes für Gerechtigkeit - bestrebt, eine Kultur des Willkommens in Deutschland und Europa zu fördern. Wir fördern Begegnungen zwischen Einheimischen und Geflüchteten und schaffen Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung, des Austausches und zur Stiftung neuer Freundschaften. Wir bemühen uns sicherzustellen, dass diese Beziehungen auf Gegenseitigkeit und Respekt beruhen. JRS engagiert sich auch in Projekten, Forschungen und öffentlichen Kampagnen für die Rechte von Geflüchteten, um den zerstörerischen gesellschaftlichen Auswirkungen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken.

Förderung von Versöhnung

„Versöhnung“ verstehen wir als Bemühung, Brücken zu bauen und dabei nicht im Sinne einer Harmonisierung blind zu sein für die Anforderungen der Gerechtigkeit. Versöhnung beinhaltet das Anliegen, Verständnis zwischen verschiedenen sozialen Gruppen zu wecken, besonders dort, wo Spannungen und Missverständnisse vorherrschen, und einen Austausch zwischen den Gruppen zu fördern Wir verfolgen diese Ziele sowohl in den zunehmend polarisierten europäischen Gesellschaften als auch in unserer unmittelbaren Arbeit und in unserem Leben: in unseren persönlichen Beziehungen, in unserer Beziehung zu Gott und zur natürlichen Umwelt. Wir erkennen an, dass Flucht und Migration kein bloß aktuelles, gegenwärtiges Phänomen darstellt, sondern eine sehr lange Geschichte aufweist und somit als historische Konstante zu begreifen ist. Wir werben für einen gerechten und vernünftigen Umgang mit Flucht und Migrationund wenden uns gegen Versuche der Abschottung und Abwehr, die der europäischen Idee eines Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts widersprechen.  Wir sehen, dass Zuwanderung sowohl die Aufnahmegesellschaft als auch die Flüchtlinge und Migrant*innen selbst verändert. In Anbetracht der unvermeidlich damit gegebenen Herausforderungen bekräftigt der JRS die Bedeutung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs auf allen Ebenen.

Spirituelle Dimension

In der Begegnung mit gewaltsam vertriebenen Menschen stoßen wir auf tiefes Leid. In der Wahrnehmung und im Umgang damit sind uns immer zwei Aspekte als absolut gültige Bezugspunkte wichtig: Die Würde der Person und ihre „spirituelle Dimension“. Die Würde der Person kommt dann voll zur Geltung, wenn alle ihre Rechte anerkannt werden und sie alle ihre Fähigkeiten nutzen kann, ein Selbstwertgefühl - ungeachtet oder gar trotz der jeweils herrschenden Umstände - zu entwickeln. Die "spirituelle Dimension" einer Person besteht in der Fähigkeit, sich der Transzendenz zu öffnen. Diese Offenheit mag sich in einem explizit religiösen Bekenntnis ausdrücken. Oder in einem tiefen Sinn für die Beziehung zum Transzendenten. Oder in der tätigen Nächstenliebe, die aus christlicher Sicht bereits eine spirituelle Dimension aufweist. JRS weiß um die Fähigkeit des Glaubens, in seinen vielen Ausdrucksformen Menschen Halt zu geben.

Professionalität

JRS setzt in seiner gesamten Organisation auf Professionalität und hohe ethische Standards. Als Netzwerk arbeiten wir gezielt daran, unsere Kompetenzen und Fähigkeiten immer mehr zur Entfaltung zu bringen. Wir tun dies durch die Verbesserung unserer operativen Abläufe und Maßnahmen, durch Transparenz in Finanzen und Verwaltung sowie durch respektvolle Kommunikation innerhalb und außerhalb unseres Netzwerkes. Wir bauen Fundraising-Kapazitäten auf, die die Nachhaltigkeit unserer Projekte sicherstellen. JRS überprüft und bewertet seine Aktivitäten und seine Kommunikationsformen ständig.

 

 

 

 

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