"JRS hilft"

Zwischenbericht

Die Sonne scheint auf eine Gruppe schwatzender Menschen im Hof der Canisius Kirche. Menschen verschiedenster Herkunft kommen vorbei, Gutscheine werden überreicht und schon kommt eine neue Familie. Es wird geredet über Studium, Arbeit, die Familie oder den Deutschkurs.

Getragen vom JRS in Berlin und von einigen Freiwilligen besteht seit etwa Mitte April die Aktion JRS hilft. Die Idee entstand aus einem Gespräch zwischen Pater Claus Pfuff SJ und Kerollous Shenouda, welcher der Initiator der Aktion ist. Bei dieser werden Gutscheine für die Bio Company an Personen gegeben, die sich aufgrund der Corona-Pandemie in Kurzarbeit befinden oder dadurch ihre Arbeit verloren haben. Zweimal die Woche werden die Gutscheine von Freiwilligen mit Fluchterfahrung ausgeteilt. Dies unterstützt jene, welche von der Covid 19- Pandemie besonders betroffen sind und fördert außerdem die Partizipation von Migrant*innen in der deutschen Gesellschaft. Das Projekt JRS hilft vereint also kurzfristige und akute Hilfe mit einer nachhaltigen Unterstützung Geflüchteter im Integrationsprozess.

Fady, ein Freiwilliger bei JRS hilft, erzählt, dass er sich schon lange engagieren wollte und nun endlich die Chance dazu hat. Das Besondere an der Arbeit des JRS sei, dass keine Unterschiede zwischen den Menschen gesehen werden. Helfende und unterstützte Menschen befänden sich auf Augenhöhe, ganz unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Das offenbart sich in der Arbeit von JRS hilft mit aller Klarheit. In den letzten eineinhalb Monaten wurden Personen aus 14 verschiedenen Ländern unterstützt. Allmählich spricht sich die Vergabe der Gutscheine herum, was daran zu bemerken ist, dass immer wieder neue Personen kommen. So konnten innerhalb der letzten Wochen mehr als die Hälfte der Gutscheine bereits verteilt werden. Davon profitierten bisher 296 Personen, darunter 25 Einzelpersonen, während die restlichen Gutscheine an insgesamt 64 Familien verteilt wurden. Sie kommen aus allen möglichen Standorten in Berlin und fahren zum Teil weite Strecken, um zu JRS hilft zu gelangen. Aufgrund der hohen Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel wurden die Beschränkungen der maximalen Anzahl von Gutscheinen, die ausgegeben werden, aufgehoben. Dadurch relativiert sich der finanzielle Aufwand für den Erhalt der Gutscheine.

JRS hilft ist ein großer Erfolg und es bereitet Freude, die Arbeit des Teams und die Entwicklung des Projekts zu beobachten. An dieser Stelle wollen wir uns außerdem erneut bei allen Spender*innen bedanken!

Informationen zum Erhalt der Gutscheine

Haben Sie Ihren Job verloren? Müssen Sie Kurzarbeit machen? Haben Sie wegen der aktuellen Situation gerade Finanzprobleme?

Weil wir Füreinander da sind, unterstützen wir Sie.

Wie: Sie bekommen von uns, dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst, einen wöchentlichen Lebensmittelgutschein im Wert von 10 Euro für jede Person.

Wann: Samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr.

Wo: Witzlebenstraße 30 A / 14057 Berlin

Bitte bringen Sie folgende Unterlagen mit:

     

  • einen Nachweis über den Ausfall der Arbeit oder eine Kurzarbeitbestätigung
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  • wenn Sie eine Familie haben, bringen Sie bitte einen Nachweise über die Zahl der Familienmitglieder mit
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Die Aktion

Die Corona-Pandemie stellt viele, gerade ärmere Menschen vor große Herausforderungen. Neben der Angst vor Ansteckung verlieren sie ihre Arbeitsstelle oder können durch Kurzarbeit ihren Lebensunterhalt kaum noch bestreiten.

Mit der Aktion „JRS hilft“ wollen wir mit dem Engagement junger Geflüchteter gerade diese Menschen mit Lebensmitteln im Wert von € 10 pro Person und Woche unter die Arme greifen. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir vielen Menschen schnell helfen können. Geben Sie bitte diesen Spendenaufruf an Ihre Freunde und Bekannten weiter.

Jesuitenflüchtlingsdienst I Pax Bank | IBAN: DE05370601936000401020 | BIC: GENO DED1 PAX I Verwendungszweck: JRS hilft

Die Gutscheine sind da!

1.000 Lebensmittel-Gutscheine wurden an den JRS geliefert, die jetzt an bedürftige Menschen in Notsituationen verteilt werden. Der JRS unterstützt mit der Hilfsaktion „JRS hilft“, Menschen, die in der jetzigen Situation in finanzielle Bedrängnis geraten sind. Der Initiator der Aktion, Kerollous Shenouda, ist begeistert, dass es dank der zahlreichen Spenden möglich ist, viele Menschen unterstützen zu können. Er und sein Team, die alle selbst geflüchtet sind und teilweise schon sehr lange vom JRS begleitet werden, freuen sich, dass sie sich einbringen können und Hilfe leisten können.

Gegen einen Nachweis ihres Arbeitsplatzverlustes oder ihrer krisenbedingten Gehaltskürzung können Sie sich wöchentlich einen Gutschein beim JRS abholen. „Jeder, der etwas zum Leben braucht, ist willkommen,“ sagt Shenouda.  „Die Bedürftigkeit ist ausschlaggebend, nicht der Fluchthintergrund.“

Zusätzlich gesponsort werden die Gutscheine durch das Berliner Unternehmen „Bio Company“. Jeder Gutschein hat jetzt einen Wert von 11,- € statt der geplanten zehn.  „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir die Aktion „JRS hilft“ mit einem Beitrag unterstützen,“ so Boris Frank von der Bio Company.

Kerollous Shenouda und sein Team wird schon in den nächsten Tagen voller Stolz mit der Ausgabe der ersten Gutscheine beginnen. Selbstverständlich unter Beachtung der geltenden Abstandsregelungen.

Der Initiator von "JRS hilft" Kerollous Shenouda sagt zu seiner Motivation, dieses Projekt angestoßen zu haben:

Wegen der aktuellen Situation wissen wir, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Bereits rund 22.600 Unternehmen haben in Berlin Kurzarbeit angezeigt. Daher ist mir klar geworden, dass Menschen mehr als sonst Hilfe benötigen. Pater Pfuff und ich haben dann gemeinsam überlegt, welche Unterstützung wir anbieten können. Zuerst haben wir an die Leute gedacht, die ihren Job verloren haben oder sich in Kurzarbeit befinden. Die Idee ist: wir bieten Lebensmittelgutscheine an.

Als Ausländer habe ich viel in dieser Gesellschaft gelernt. Wenn ich etwas brauchte, fand ich immer Hilfe und Unterstützung, daher ist es jetzt Zeit "Danke" zu sagen. Wir müssen einander Hoffnung bringen. Wir sind füreinander da, in schlechten Zeiten genauso wie in guten Zeiten.
 

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