Seelsorge

Geben gibt... Heimat

Abendgebet aus der Kapelle des Flughafens Berlin Brandenburg

Das Erzbistum Berlin übertrug in der diesjährigen Fastenzeit ein Abendgebet live aus der Kapelle des Flughafens Berlin Brandenburg.

Die Abendgebete des Erzbistums beschäftigten sich thematisch mit den 7 Werken der Barmherzigkeit. Dieses unter der Überschrift: Geben gibt... Heimat: Fremde beherbergen.

Das Gebet wurde gestaltet von Sr. Regina Stallbaumer sa, Jessika Armanious und Kerollous Shenouda, die sich beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst engagieren. Hier geht's zu der Aufnahme.

Seelsorge in Eisenhüttenstadt

Zwei Mal pro Woche nimmt Sr. Regina Stallbaumer die Fahrt von Berlin nach Eisenhüttenstadt auf sich, um die dortige Einrichtung zu besuchen. Ungefähr 500 Geflüchtete sind hier untergebracht und warten auf Entscheidungen: Umverteilung in eine andere Einrichtung, Rückführung in ein Land in Europa, durch das sie gereist sind oder Rückkehr in die Heimat.

Regina Stallbaumer ist in der Einrichtung präsent. Manchmal können schon ein wertschätzender Blick oder ein freundliches Lächeln für die Menschen in ihrer meist sehr belastenden Situation einen Unterschied machen. "Ich sehe jede und jeden Einzelnen. Die Menschen haben so viel zu geben und möchten dies auch.“ Die Menschen kommen auf sie zu. Ihr Gesprächsangebot ist einfach da. Sie hat ein offenes Ohr für die Hoffnungen und Sorgen der Menschen. „Alle warten darauf, dass sie erfahren was mit Ihnen geschieht. Die Ungewissheit ist das Schlimmste." Oft tut es den Menschen gut, mit ihren Ängsten, ihrer Trauer und ihren Sehnsüchten nicht alleine zu sein, sondern wenn jemand da ist und sie mit ihnen trägt. Wo möglich vermittelt Regina Stallbaumer an weiterführende Hilfsangebote weiter, stellt Kontakte her, begleitet die Menschen beim nächsten Schritt.

Viele der dort lebenden Menschen haben einen religiösen Hintergrund. Regina Stallbaumer ist für alle Geflüchteten offen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Für manche Geflüchtete ist ihr Glaube eine wichtige Kraftquelle in ihrer schwierigen Situation. Es tut ihnen gut, wenn Regina Stallbaumer mit ihnen betet, über die Bibel mit ihnen ins Gespräch kommt oder ihnen einfach ein kleines Kreuz gibt, an dem sie sich festhalten können. Manchmal werden ihr Zettel mit Fürbitten überreicht, die sie in ein Kloster mitnimmt, wo für sie gebetet wird. Ein Hoffnungsschimmer, der in einem tiefen Glauben an Gott verwurzelt ist und daran, dass sie diesen Weg nicht alleine gehen müssen.

Erstaufnahmeeinrichtung

Alle Geflüchtete, die neu nach Deutschland gekommen und dem Land Brandenburg zugeteilt worden sind, kommen in die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt, wo sie registriert werden und ihren Asylantrag stellen. Ihre Aufenthaltsdauer dort beträgt zwischen wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten. Von dort aus werden sie meist in eine der Außenstellen der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf, Doberlug-Kirchhain oder Frankfurt (Oder) weiterverteilt. Manche Geflüchtete werden auf Unterkünfte in den Landkreisen verteilt und ein Teil der Geflüchteten wird direkt aus der Erstaufnahmeeinrichtung abgeschoben.

Schutzhaus

Auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt befindet sich seit Sommer 2019 ein Schutzhaus, in dem Geflüchtete mit besonderer Schutzbedürftigkeit (insbesondere Menschen mit Behinderung, psychisch kranke Menschen, Frauen mit Gewalterfahrung, Opfer von Menschenhandel, Familien in besonders belastenden Situationen und LGBTQ) untergebracht sind. Das Bonifatiuswerk unterstützt die Arbeit von Sr. Regina Stallbaumer sa im Schutzhaus.

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