Aktuell leben ca. 500 Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf, überwiegend aus Westafrika und dem Nahen Osten. Sie warten auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag. Der JRS ist von Montag bis Donnerstag mit einem Seelsorgangebot vor Ort.
Am 5. Dezember stellen wir dort den heiligen Nikolaus und die Bedeutung des Nikolaustags in Deutschland vor.
Eine mehrsprachige Infokarte begleitet jeden Schokoladen-Nikolaus. Für die zahlreichen Kinder gibt es ein Angebot zum Ausmalen einer Nikolaus-Vorlage. Der heilige Nikolaus als Patron der Kinder und Armen mit seiner Botschaft von Nächstenliebe und Barmherzigkeit soll den Zugang zum seelsorgerischen Gespräch erleichtern und die Geflüchteten ermutigen, sich mit ihren Sorgen an den JRS zu wenden.
Ein herzliches Dankeschön an das Bonifatiuswerk für die Unterstützung!
Das Leben als Asylsuchende in Deutschland ist für viele Menschen mit verschiedensten Herausforderungen verbunden. Während der ersten Monate werden wichtige Weichen gestellt. Die Erfahrungen in ihrem Herkunftsland belasten die Geflüchteten noch sehr. Manche von ihnen sind traumatisiert und leiden unter den Erinnerungen an Verfolgung, Verlust und Zerstörung. Sie stellen einen Asylantrag, verstehen jedoch den Ablauf des Asylverfahren nicht. In der Anhörung sollen sie offen über ihre Fluchtgründe sprechen und wissen gleichzeitig nicht, ob sie den deutschen Behördenmitarbeiter*innen vertrauen können. Das Leben in der Erstaufnahmeeinrichtung bringt Einschränkungen mit sich. Es gibt einerseits kaum Privatsphäre und andererseits nur wenige Möglichkeiten, in der neuen Gesellschaft Kontakte zu knüpfen und Schritte der Integration und der Partizipation zu gehen. Ihre Zukunftsperspektiven sind oft über Jahre hinweg unsicher. Sie haben Angst vor einer möglichen Abschiebung.
Seit Januar 2025 sind P. Jan Korditschke SJ und Sabbi Zongo in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf als Seelsorger tätig. Sie bringen ein offenes Ohr mit und schaffen Raum für Begegnung. In Gesprächen begleiten sie Geflüchtete in ihren Freuden und Hoffnungen, ihrer Trauer und ihrer Angst. Die Schutzsuchenden können mit all dem, was sie bewegt, mit ihren persönlichen Fragen zu ihnen kommen. Im gemeinsamen Gespräch können neue Perspektiven entwickelt werden. Durch die Vermittlung von Erstinformationen können Pater Korditschke und Sabbi Zongo den Schutzsuchenden helfen, sich zu orientieren und das, was in ihrer Hand liegt, selbst in die Tat umsetzen. Bei Bedarf vermitteln sie an weiterführende Angebote.
Als Seelsorger sind die beiden JRS-Mitarbeiter auch Ansprechpersonen für religiöse Themen. Für viele Geflüchtete ist ihr Glaube eine wichtige Kraftquelle. Pater Korditschke und Sabbi Zongo unterstützen sie dabei, sich diese Ressource neu zu erschließen.
Ein Artikel in den „Stimmen der Zeit“ setzt sich mit der psychosozialen Situation in Aufnahmeeinrichtungen auseinander und zeigt auf, wie professionelle Seelsorge geflüchteten Menschen bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen und beim Ankommen helfen kann.