Der heilige Nikolaus wird mit der Sockenlegende in Verbindung gebracht: Er soll den Töchtern eines armen Bauern heimlich und unbemerkt Geschenke in ihre am Kamin zum Trocknen aufgehängten Socken (bzw. Schuhe) gesteckt haben. Ein Geschenk, dessen Urheber nicht zurückverfolgt werden kann, also Großzügigkeit ohne Show, das ist die zutiefst christliche Idee, die mit Nikolaus zusammenhängt. Das inspiriert auch die inzwischen zum wiederholten Mal durchgeführte Nikolaus-Aktion des JRS in freundlicher Unterstützung des Bonifatius-Werkes der deutschen Katholiken.
Am Freitag, den 5. Dezember, waren P. Jan Korditschke SJ, Sabbi Zongo und P. Fabian Retschke SJ an einem „Tatort Nikolaus“, nämlich in der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf (Zossen, Brandenburg), um den Kindern in der Einrichtung den Tag etwas zu versüßen. Sie haben sich mit dem kreativen Gestalten von Nikolaus-Ausmalbildern beschäftigt und am Ausgang des Speisesaals einen Schoko-Nikolaus geschenkt bekommen, ohne wahrscheinlich richtig zu verstehen, woher diese Süßigkeit kam und warum sie nun in ihren Händen lag, um bald danach im Mund zu verschwinden.
Der Vorteil, dieses Geschenk nicht ganz so heimlich zu verteilen, lag ebenso auf der Hand: Die Mitarbeiter des JRS vor Ort konnten Zeugen der Dankbarkeit, nämlich ungläubig staunender, groß leuchtender Kinderaugen werden, sowie Informationsmaterial an die Eltern verteilen, um die Bewohner der Einrichtung über die Beratungsangebote vor Ort aufmerksam zu machen. Gleichzeitig ist der Dank auch weiterzureichen an das Bonifatius-Werk, das diese Herz erwärmenden Begegnungen möglich gemacht hatte. Der Schoko-Nikolaus versüßt auf diese Weise die Ankunft der Kinder in unserem Land. Hoffentlich erinnern sie sich auch in Zukunft daran, dass hier Menschen sind, die ihnen ohne Show einfach nur etwas Schönes schenken wollen.




