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Ruhe in Frieden, Habiby Amir

Amir ist verstorben. Viele Menschen kannten ihn als engagierten und fleißigen ehrenamtlichen Mitarbeiter beim JRS. Ein Nachruf von Kerollous Shenouda.

Amir Abdelmaksoud – oder, wie wir ihn nannten: Habiby Amir. Viele Menschen kannten ihn als engagierten und fleißigen ehrenamtlichen Mitarbeiter beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS). Über mehrere Jahre kam er regelmäßig zu den Beratungsstunden. Er half bei der Organisation der Warteschlangen, unterstützte bei Übersetzungen und war eigentlich immer bereit, anderen zu helfen. Seine offene und hilfsbereite Art machte ihn für viele zu einem vertrauten Gesicht.

Ich durfte Amir aber auch von einer anderen Seite kennenlernen – als einen Menschen, der in seinem Leben viel Schmerz und schwierige Erfahrungen tragen musste. Er erzählte mir von Dingen, die ihn verletzt und geprägt hatten. Von Ausgrenzung und Hänseleien wegen seiner Körpergröße, von Menschen, die seine Gutmütigkeit ausgenutzt hatten, und von den vielen Rückschlägen, die ihn begleitet haben. Und trotzdem hat Amir seine Liebe zum Leben nie ganz verloren.

Besonders erinnere ich mich an seine immer wiederkehrende Einladung zum Abendessen. „Komm doch mal zum Essen zu mir“, sagte er oft. Am liebsten wollte er Spaghetti mit Hackfleisch kochen. Dabei lachte er und erzählte mir voller Begeisterung, welche Zutaten man nehmen sollte und worauf man beim Einkaufen achten muss. Man hat gemerkt, wie viel Freude ihm das Kochen gemacht hat. Für Amir war Kochen nicht einfach nur Kochen. Es war etwas, das ihm Freude gemacht hat. Ein Moment, in dem er seine Sorgen und seine schweren Gedanken für eine Weile vergessen konnte.

Nach einer langen Zeit der Krankheit und fast zwei Jahren im Krankenhaus musste Amir seinen schweren Weg schließlich beenden. Er hat lange gekämpft. Und er hat unglaublich viel Geduld mit seinem Leid gehabt. Aber irgendwann waren seine Kräfte einfach zu Ende.

Für mich war Amir nicht einfach nur jemand, den ich irgendwann kennengelernt und mit dem ich zusammengearbeitet habe. Er war ein herzlicher und offener Mensch. Ein Mensch, der andere Menschen und das Leben geliebt hat. Und ein Mensch, der trotz all dem, was ihm selbst widerfahren ist, immer wieder versucht hat, anderen etwas Gutes zu tun. Das werde ich von ihm in Erinnerung behalten.

Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl sind bei seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden und bei allen Menschen, die Amir kennenlernen und ein Stück seines Lebens mit ihm teilen durften.

Mach’s gut, Habiby Amir.

Du wirst nicht vergessen.

Ruhe in Frieden.

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