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Pater Friedo Ricken SJ verstorben

Mit P. Friedo Ricken verliert der Jesuitenorden einen bedeutenden Philosophen und Lehrer, der weit über die nationalen Grenzen hinaus wirkte.

Geboren wurde Friedo Ricken 1934 in Rheine/Westfalen. Nach seinem Abitur in Frankfurt 1955 studierte er dort und in Tübingen klassische Philologie, bevor er sich 1957 zum Eintritt in den Jesuitenorden entschloss. Er absolvierte die üblichen Studien der Philosophie und Theologie in Pullach und in Frankfurt. 1966 wurde er zum Priester geweiht. Danach studierte er in Heidelberg klassische Philologie und Philosophie. Bei Ernst Tugendhat wurde er 1973 in Philosophie mit einer Arbeit über die Nikomachische Ethik des Aristoteles promoviert.

Danach nahm er die Lehrtätigkeit in den Fächern „Antike Philosophie“ und „Allgemeine Ethik“ an der Hochschule für Philosophie in München auf. Er war ein engagierter Schulmeister, der Generationen von Studierenden die Inhalte philosophischer Texte mit großem didaktischem Geschick erschloss.

1979 promovierte er sich bei Walter Kern in Innsbruck in Theologie mit einer Arbeit über den Einfluss der griechischen Philosophie auf das frühe Christentum. Das Grenzgebiet zwischen Theologie und Philosophie wurde ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Er erhielt Einladungen zu Forschungsaufenthalten in Oxford und Harvard, war Gastprofessor in St. Louis, Washington, Tokio und Jerusalem. Seine zahlreichen Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt.

Bis ins hohe Alter hinein war Pater Ricken körperlich und geistig aktiv, hielt Vorträge und veröffentlichte Artikel. Heute Nacht beendete er sein langes und ertragreiches irdisches Leben.

R.I.P.

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