• © SJ-Bild/Wolfgang Stahl
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P. Peter Leutenstorfer SJ verstorben

Der Jesuitenpater Peter Leutenstorfer SJ, langjähriger Pädagoge am Kolleg St. Blasien, ist gestern im Alter von 93 Jahren in einem Altenheim in Unterhaching verstorben.

P. Leutenstorfer wurde 1928 in Gauting in der Nähe des Starnberger Sees als fünftes von 13 Kindern geboren. Der Vater war Landwirt und Mesner der Pfarrei. Früh verlor er seine Mutter. Mit 16 Jahren wurde er als Flakhelfer eingezogen. Nach Krieg und Gefangenschaft konnte er zunächst in Pasing aufs Gymnasium gehen, dann in St. Blasien 1947 das Abitur machen, da er Jesuit werden wollte. Nach dem Noviziat und der Philosophie in Pullach führte ihn der Weg wieder ins Kolleg, wo er vor der Theologie in Innsbruck drei Jahre als Lehrer in den Fächern Deutsch und Latein in der Unterstufe unterrichtete. Schon während des Theologiestudiums schrieb er sich an der Universität Innsbruck für die Fächer Deutsch, Latein und Griechisch ein und schloss 1967 in München seine Studien mit dem Staatsexamen ab. Nach einem Jahr als Studienassessor am staatlichen Gymnasium in Freiburg kam Pater „Leu“ 1968 das dritte Mal, nun als Lehrer, ans Kolleg.

Seine Liebe gehörte dem Theater. Unzählige Stücke hat er mit den Schülern einstudiert, ob auf der von ihm initiierten „Studio-Bühne“ oder beim großen Pfingsttheater. Zeit seines Lebens spielt auch seine Leidenschaft für die Musik eine große Rolle. Sein Instrument ist die Bratsche, die er mit inniger Hingabe zu spielen weiß.

Mit seiner Pensionierung im Kolleg 1991 endete aber seine Lehrertätigkeit nicht, er fand sich sofort bereit, im St. Benno-Gymnasium in Dresden für fünf Jahre auszuhelfen, auch als Vertretung einer Lehrkraft im Canisius-Kolleg in Berlin. Im neugegründeten Loyola-Gymnasium in Prizren/Kosovo führte er wiederholt Lehrkräfte in die Kunst des Unterrichtens ein. 1996 ans Kolleg St. Blasien zurückgekehrt entfaltete er eine reiche Tätigkeit als Unterrichtsvertreter, Bibliothekar, gab Schülern Einzelunterricht, um sie auf den Stand der Klasse zu bringen, war als Bratschist bis zuletzt wertvolle Stütze des Kollegsorchesters.

Jung im Herzen und wach im Geist blieb P. Leutenstorfer in St. Blasien, bis im November 2020 seine Kräfte durch eine massive Herzschwäche so nachließen, dass er Ende April in die Seniorenkommunität nach Unterhaching umziehen musste.

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