Zwischen der Einreise und dem Ankommen liegt oft eine große Distanz. Doch die Brücke dazwischen ist die Begleitung.
Zwischen der Einreise und dem Ankommen liegt oft eine große Distanz. Doch die Brücke dazwischen ist die Begleitung.
Gerade in der Osterzeit passt die Geschichte von Mina gut. Im Jahr 2021 sprach Mina im Film „Fremden eine Heimat geben“ über seine Träume, seine Ängste und Gefühle; nun hat sich sein größter Traum erfüllt: der Erhalt des roten Reisepasses. Durch langjährige Begleitung hat er gespürt – und wir spüren es auch als Gesellschaft –, welchen Unterschied die Begleitung macht – wie sie Menschen stärkt, Orientierung gibt und Chancen eröffnet. Begleitung ist eine echte Bereicherung für unsere Gesellschaft. Sie ermöglicht es uns, die Vielfalt von Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Lebenswegen besser zu verstehen und gemeinsam eine sichere Zukunft zu gestalten
Als Mina im Jahr 2017 orientierungslos war und nicht wusste, was er tun sollte, um hier sicher bleiben zu können, war die Begleitung der Schlüssel. Durch sie erhielt er die wichtige Information, dass eine Ausbildung entscheidend für seine Zukunft und seine Sicherheit ist. So konnte eine Perspektive entwickelt werden, die er konsequent verfolgt und schließlich erfolgreich abgeschlossen hat.
Doch das war erst der Anfang: Auch die rechtliche und soziale Begleitung spielte eine wichtige Rolle. Sie half ihm, als Fachkraft eine Arbeit zu finden und seinen ersten Aufenthaltstitel zu erhalten. Dadurch wurde auch sein Weg zur Einbürgerung klar. Bis dahin brauchte er weiterhin Unterstützung, um Deutschkenntnisse bis zum C1-Niveau zu erreichen, seine Rechte und Pflichten in der Gesellschaft zu verstehen und sich im Leben in Deutschland zurechtzufinden.
Diese Aufgabe liegt bei uns allen – nicht nur als Gesellschaft, sondern auch aus unseren christlichen Werten heraus. Das erinnert an die Geschichte nach der Auferstehung Jesus:
Zwei Jünger sind auf dem Weg nach Emmaus. Sie sind traurig und verwirrt. Jesus begleitet sie, ohne dass sie ihn zunächst erkennen. Er erklärt ihnen die Schriften und gibt ihnen Hoffnung. Erst beim Brechen des Brotes erkennen sie ihn. Voller Freude kehren sie zurück und berichten von ihrer Begegnung.
So ist es auch im Alltag: Ohne Sozialbegleitung bleiben Menschen oft enttäuscht und unsicher.
In Minas Geschichte öffnete ihm die Begleitung zahlreiche Türen. Seine Geschichte können Sie im aktuellen JRS Info-Brief 02/2026 lesen. Und auch heute kann Begleitung Leben verändern – ja, sogar retten.
Zu Ostern gilt dieser Wunsch allen, die Zeit und Herz für andere Menschen haben: Mögen sie den Weg ihrer Mitmenschen achtsam begleiten. Für Fragen, wie und womit Sie helfen können, steht der Jesuiten-Flüchtlingsdienst gerne zur Verfügung.
Kerollous Shenouda
Der Dienst am Glauben und die Förderung der Gerechtigkeit bilden den Kern der Sendung des Jesuitenordens. Zu dieser Neubesinnung nach dem II. Vatikanischen Konzil hat wesentlich der Generalobere P. Pedro Arrupe SJ beigetragen, für den als Zeugen des Atombombenabwurfs in Hiroshima der Dienst an den Leidenden ganz im Mittelpunkt stand. Als Jahrzehnte später die vietnamesischen "Boat-People" auf klapprigen Booten und Flößen ihr Land verließen, aber kein Land die Flüchtlinge aufnehmen wollte, rief P. Arrupe den Orden und seine Partner zur konkreten Hilfe auf und startete eine weltweite humanitäre Solidaritätsaktion. Daraus entstand im November 1980 der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Jesuit Refugee Service).
Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Jesuit Refugee Service, JRS) wurde 1980 angesichts der Not vietnamesischer Bootsflücht-linge gegründet. Nach dem Selbstverständnis des Ordens gehört die Förderung der Gerechtigkeit notwendig zum Dienst am Glauben. Entsprechend diesem Auftrag begleitet der JRS Flüchtlinge und Migranten, kümmert sich um sie wie um Freunde und tritt für ihre Rechte ein. Weltweit ist der JRS in mehr als 50 Ländern tätig. In Deutschland, Österreich und in der Schweiz setzt er sich seit 1995 für Flüchtlinge und Migranten ein, besonders für Menschen in der Abschiebungshaft, Flüchtlinge im Kirchenasyl, "Geduldete" und Menschen ohne Papiere. Schwerpunkte unserer Arbeit sind Seelsorge, Rechtshilfe und politische Fürsprache.
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