• Kerollous Shenouda, Stefan Keßler, Kirstin Bauch, Barry Amadou, Cem Gömüsay
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Geschichten, die Mut machen

Am 1. Juni 2026 wurde unsere Ausstellung „Mutmachgeschichten" in der Rathausgalerie des Rathauses Charlottenburg eröffnet. Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch gab gemeinsam mit Cem Gömüsay, Beauftragter für Partizipation und Integration den Startschuss für diese Station unserer Wanderausstellung. 

Die Ausstellung zeigt zehn eindrucksvolle Porträts von Menschen, die Krieg, Flucht, Verlust und schwierige Lebenssituationen durchlebt haben. Im Mittelpunkt stehen ihre Stärke, ihr Mut und ihre Fähigkeit, trotz großer Herausforderungen neue Perspektiven zu schaffen. Denn für den JRS ist klar: Wer über Flucht spricht, muss von Menschen sprechen.

Papst Franziskus brachte dies bereits im April 2016 auf Lesbos auf den Punkt – und seine Worte sind heute so aktuell wie damals: „Und doch darf man nie vergessen, dass die Migranten an erster Stelle nicht Nummern, sondern Personen sind, Gesichter, Namen und Geschichten."

Stefan Keßler, Direktor des JRS, erläutert: „Wir wollen die Menschen nicht nur als bemitleidenswerte Opfer zeigen, sondern als Persönlichkeiten, die Stärken, Fähigkeiten und Resilienz mitbringen. Zugleich wollen wir deutlich machen: Solidarität, Begleitung und Unterstützung sind notwendig, damit diese Menschen ihre Potenziale erkennen und entfalten können. Damit soll die Diskussion über Flüchtlingsschutz wieder in die Mitte der Gesellschaft geholt – und weg von den extremistischen Rändern geführt werden."

Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch betonte bei der Eröffnung: „Diese Mutmachgeschichten erinnern uns daran, dass wir alle innere Stärke besitzen, selbst in herausfordernden Zeiten. Die Ausstellung öffnet Fenster in das Leben anderer Menschen, die trotz großer Schwierigkeiten Hoffnung bewahren und neue Wege finden."

Cem Gömüsay ergänzte: „Die Ausstellung macht sichtbar, dass hinter den Debatten über Flucht und Integration immer Menschen mit eigenen Geschichten, Hoffnungen und Stärken stehen. Sie erinnert uns daran, wie wichtig Solidarität, Begegnung und gesellschaftlicher Zusammenhalt für eine offene Demokratie sind."

In einer bewegenden Rede beschrieb Barry Amadou, ein junger Flüchtling aus Guinea, die vielen Schwierigkeiten, die ihm beim Ankommen in Deutschland im Weg standen. Besonders die Angst vor der Abschiebung habe ihn sehr belastet. Aber auch dank der Unterstützung durch Freunde und den Jesuiten-Flüchtlingsdienst habe er durchhalten und für sich eine Perspektive entwickeln können.

Der JRS dankt dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf herzlich dafür, der Ausstellung diesen Raum zu geben – und damit die Begegnung zwischen Menschen zu ermöglichen, die am Anfang jeder solidarischen Gesellschaft steht.

Die Ausstellung „Mutmachgeschichten" ist noch bis Ende Juni 2026 in der Rathausgalerie Charlottenburg, Otto-Suhr-Allee 100, Berlin, zu besichtigen. 

Der Eintritt ist frei.

 

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